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Der Große Preis von Deutschland droht aus dem Formel 1 – Kalender zu fallen.

Diese Woche wurde bekannt gegeben, dass der Große Preis von Deutschland mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Rennkalender fliegt. Und dabei ist Bernie ist mal wieder Bernie wie er leibt und lebt.  Zuerst gibt er dem Rennen eine Absage, um sie kurz danach wieder zu revidieren. Und jetzt weiß niemand so genau, was eigentlich Sache ist. Ist das Verhalten von Ecclestone Taktik? Poker aus finanziellen Gründen? Oder Retourkutsche an Deutschland für den Gerichtsprozess im letzten Jahr?

Dies sei mal alles dahingestellt. Ob das Rennen nun in Hockenheim oder auf dem Nürburgring stattfindet ist eigentlich egal. Fakt ist nur: kein Rennen in Deutschland wäre ein NO-GO!

Warum? Das amtierende Weltmeister Team Mercedes AMG Petronas würde keinen Heim-Grand Prix haben, ebenso wie die drei deutschen Fahrer, Nico Rosberg, Nico Hülkenberg und Sebastian Vettel. Und ganz nebenbei ist Sebastian Vettel vierfacher Weltmeister und fährt in der neuen Saison für Ferrari, jenes Team das weltweit die meisten Fans begeistert und am längsten in der Formel 1 dabei ist.

 

«Ich fände es sehr schade, wenn es in diesem Jahr keinen Großen Preis in Deutschland gäbe. Das Heimrennen ist für jeden Fahrer etwas besonderes. Deshalb hoffe ich, dass es noch zu einer Einigung kommt»

Sebastian Vettel, Ferrari

 

 «Das Rennen in Deutschland ist für mich so legendär wie der britische Grand Prix. Es enttäuscht mich sehr zu hören, dass das Deutschland-Rennen noch nicht fix ist im Kalender»

Nico Rosberg, Mercedes AMG Petronas

 

«Der Große Preis von Deutschland ist für Mercedes-Benz ein Bestandteil des Formel-1-Kalenders. Zum einen ist der Grand Prix unser Heimrennen, zum anderen gehört das Rennen zu einer der traditionsreichsten Veranstaltungen der Saison. Für uns sowie für die Formel 1 wäre es sehr schade, wenn der Grand Prix in diesem Jahr nicht stattfinden würde.»

Statement von Mercedes-Benz in der „WELT“

 

«Für Deutschland und Mercedes wäre es eine Katastrophe, wenn es kein deutsches Rennen gibt, denn es gehört definitiv zu den Traditions-Events.»

Niki Lauda, Mercedes AMG Petronas

 

Trotzdem muss man sich fragen, warum dann die Zuschauerzahlen in den letzten Jahren stetig zurückgegangen sind. Laut Auto-Motor-und-Sport kamen in Hockenheim 2010 65.000 Zuschauer am Sonntag und 165.000 am ganzen Wochenende. 2012 waren es 59.000 am Renntag und 150.000 von Freitag bis Sonntag. 2014 kamen 52.000 Zuschauer am Sonntag, 95.000 an drei Tagen. Zum Rennsonntag am Nürburgring 2013 kamen sogar nur 44.000 Zuschauer.

Die deutsche Beteiligung im Formel 1 – Starterfeld habe ich ja bereits erwähnt, die Rennen waren in den letzten Jahren trotz Red Bull- oder Mercedes- Dominanz meistens extrem unterhaltsam. Auch das Argument der hohen Eintrittspreise lasse ich nicht gelten (das bedeutet nicht, dass ich die Preispolitik in Ordnung finde). Schaut man an den Red Bull Ring nach Österreich oder nach Silverstone in England sieht man ausverkaufte Tribünen bei gleichen Preisen.

„Gott weiß warum, aber deutsche Fans sind lausig“

Bernie Ecclestone

Nein, ich glaube es liegt daran, dass in Deutschland alles in Bezug auf die Formel 1 auf Michael Schumacher runterreduziert wurde und immer noch wird. Nico Rosberg und Sebastian Vettel können noch so erfolgreich sein, Schumis Fußstapfen sind scheinbar zu groß. Mich erinnert das ein wenig an das Beispiel Tennis: Ende der 80er und in den 90ern gab es einen Riesen-Hype um Boris Becker und Steffi Graf. Als die weg waren, interessierte sich auf einmal niemand mehr dafür.

Meine Meinung: einen großen Anteil daran hat die TV-Berichterstattung in Deutschland, Sie macht den Fehler nur die Personen und nicht den Sport zu vermarkten.

Beispiele gefällig? Was haben beim Heimrennen in Hockenheim 2014 in der Vorberichterstattung Johann Lafer und Lukas Podolski am Grill zu suchen? In Monaco heizen während der Vorberichte Joko Winterscheidt mit Kai Ebel durch das Hafenbecken mit einem Boot oder versuchen bei den Luxusautos auf den Straßen von Monte-Carlo die Scheiben zu putzen und sich damit Geld zu verdienen. Sorry, mag ganz ja witzig sein aber das hat nicht das Geringste mit der Formel 1 zu tun. Die vielen Werbepausen tun dann noch ihr Übriges dazu.

Eine Motorsport-Kultur wie z.B. in England kann ja so gar nicht entstehen. Dort berichten für die BBC oder Sky Sports F1 fast ausschließlich Ex-Rennfahrer, z.B. Martin Brundle, Jonny Herbert. Sie können den Sport allein schon durch Ihre eigenen Erfahrungen viel besser rüber bringen. Ich fand es z.B. mal Klasse als Martin Brundle für Sky Sports F1 einen Ferrari in Maranello fahren durfte. Ausgestattet mit einer Helmkamera hat er dabei seine Eindrücke während dem Fahren aus dem Cockpit kommentiert. Schon bekommt man einen Eindruck wie es ist, Formel 1 zu fahren. Und Sie weinen keinem Damon Hill, Nigel Mansell oder Jim Clark nach, Sie feiern die, die in der Gegenwart erfolgreich sind: Lewis Hamilton und Jenson Button.

Auch wenn sie nicht wirklich angebracht war: ich kann Ecclestones Aussage, die deutschen Fans seien lausig ein ganz klein wenig nachvollziehen. Aber kann man uns dafür einen Vorwurf machen? Ich denke aus besagten Gründen nur bedingt. Wie sehr die Deutschen Fans wirklich an Ihrem Rennen hängen, wird sich in den nächsten Tag zeigen.

Ich hoffe sehr, dass es doch noch stattfinden wird. Alles andere wäre lausig.

 

 

Quellen: Schmidts F1 Blog auf www.auto-motor-und-sport.de ; www.speedweek.com; www.welt.de

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