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Rennen, Reifen, Auspuffrohre

Nachdem man sich über Weihnachten, Silvester und Neujahr ein wenig Auszeit gönnen konnte, wird es nun Zeit wieder in die Gänge zu kommen um sich auf die kommende Formel 1 Saison zu fokussieren. Noch knapp 2 Monate, dann startet der PS-Zirkus in Melbourne, Australien in die neue Saison.

Auf was muss man sich dieses Jahr also in der Formel 1 gefasst machen?

Rennkalender

Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 umfasst der Rennkalender 21 (!) Rennen. Das ist ein neuer Rekord mit einem Rennen mehr als 2012, als es 20 Rennen zu sehen gab. Es sind zwei Rennen mehr als letztes Jahr, mit einer Rückkehr (Großer Preis von Deutschland in Hockenheim) und einer Premiere in Aserbaidschan mit einem Rennen auf dem Stadtkurs in der Hauptstadt Baku. Kurioserweise wird dieses Rennen als „European Grand Prix“, also „Großer Preis von Europa“ firmieren..

Back-To-Back-Rennen

Logistische Herausforderungen stellen die sogenannten „Back-To-Backs“ für die Formel 1-Teams dar: zwei aufeinanderfolgende Rennen innerhalb einer Woche, statt des üblichen, zweiwöchigen Rhythmus. Von diesen „Back-To-Back“-Rennen gibt es dieses Jahr sage und schreibe sechs an der Zahl: Kanada-Aserbaidschan, Österreich-Großbritannien, Ungarn-Deutschland, Belgien-Italien, Malaysia-Japan und USA-Mexico

Motoren

Im dritten Jahr der Hybrid-Motorenformel bekommen die Motorenhersteller etwas mehr Entwicklungsfreiheit als in den vergangenen beiden Jahren. Ein Resultat der Übermacht von Mercedes. Die Konkurrenz um Ferrari, Renault und Honda sollen mehr Möglichkeiten haben, ihren Rückstand aufholen zu können.

Die Anzahl der Token – dem System, das kontrolliert, was an den Motoren geändert werden darf – ist nun großzügiger ausgelegt als ursprünglich gedacht. Anstatt 25 Token, stehen den Teams nun 32 Token zur Verfügung. Für jede Änderung an den Motoren kann der Hersteller Token einlösen: je gravierender die Änderung, desto mehr Token müssen eingelöst werden. Obendrauf darf auch mehr an Turbo und Hybridsystem gearbeitet werden.

Auspuffsystem

Alle Teams werden mit neuen Auspuffsystemen an den Start gehen, da die neuen Regeln 2016 vorgeben, dass das sogenannte Wastegate-Ventil vom Turbo in einem eigenen Endrohr münden soll.

Wastegate – hä? Kurz zusammengefasst: ein Wastegate ist ein kleines Ventil beim Turbolader, über welches Druck abgelassen wird und Abgase durch ein Rohr nach außen strömen. Warum das ganze? Ist der Druck im Turbolader zu hoch,dreht sich die Turbine zu schnell und der Verbrennungsmotor kann überladen werden. Um das zu verhindern, wird Druck über eben dieses Ventil abgelassen. Bisher mündete dieses Ventil im zentralen Auspuffendrohr. Jetzt darf dieses Ventil in einem extra Rohr münden, das kann eines oder mehrere sein.

Hintergrund dieser Regel: Mit diesen zusätzlichen Abgasrohren sollen die Autos deutlich lauter werden, mehr Leistung wird dadurch aber nicht generiert. Technik-Nerds schauen für Genaueres mal in einen Artikel von Auto-Motor-und-Sport oder Motorsport-Total rein.

Reifen

Wahrscheinlich die massivste Regeländerung gibt es an der Reifenfront:

Lieferant Pirelli wird statt wie bisher 2 nun 3 verschiedene Reifensätze für trockene Bedingungen zur Verfügung stellen. Daneben werden wie bisher die Intermediate- und Regenreifen für nasse Bedingungen bereitstehen.

Pro Wochenende stehen jedem Fahrer 13 Reifensätze zur Verfügung. Davon wählt Pirelli 2 Sätze für das Rennen aus (gleiche oder verschiedene Mischungen) und ein dritter Reifensatz der weichsten Mischung wird zur Seite gelegt. Dieser darf dann im dritten Teil der Qualifikation benutzt werden, sollte es der jeweilige Fahrer bis dorthin schaffen. Aus den verbleibenden 10 Reifensätzen darf frei gewählt werden. Diese – mit Verlaub – etwas verwirrenden, neuen Reifenregeln bieten einigen Spielraum im Hinblick auf die Rennstrategie, mehr gibt es dazu demnächst im Blog.

Zusätzlich wird es 2016 eine ganz neue Reifenmischung geben: den Ultrasoft-Reifen. Er wird an der violetten Markierung erkennbar sein und wahrscheinlich für das Qualifying ziemlich beliebt werden.

Teams & Fahrerpaarungen

2016 wird es eineinhalb neue Teams geben: als Neueinsteiger geht das US-Amerikanische Haas-F1 Team an den Start, als „halbes“ neues Team kehrt Renault durch die Übernahme des Lotus Rennstalls als Werksteam wieder zurück.

Ebenso gibt es ein Comeback des Namens TAG Heuer als Motorenbezeichnung. 2016 geht Red Bull Racing mit Power von Renault unter dem Namen TAG Heuer an den Start. Bereits in den 80er Jahren finanzierte die Firma Techniques d’Avant Garde (= TAG) aus Saudi-Arabien den TAG-Turbo «made by Porsche» mit dem McLaren, Niki ‪‎Lauda und Alain ‎Prost fünfmal Weltmeister wurden. Wenn das mal kein gutes Omen ist.

Für Haas gehen der Mexikaner Esteban Gutierrez und der Franzose Romain Grosjean an den Start, Renault hat von Lotus Crashkid Pastor Maldonado übernommen und gibt dem Briten Jolyon Palmer die Chance für sein Formel 1 Debüt.

Bei Mercedes (Hamilton-Rosberg), Ferrari (Vettel-Räikkönen), Williams (Bottas-Massa), Red Bull (Riccardo-Kvyat), Force India (Perez-Hülkenberg), Toro Rosso (Sainz-Verstappen), Sauber (Ericsson-Nasr) & McLaren (Alonso-Button) wird es keine Änderungen bei den Fahrerpaarungen geben.

Manor-Marussia (bisher Stevens-Merhi-Rossi) wird die endgültige Fahrerbesetzung wohl erst bei den Testfahrten oder erst kurz vorm Saisonstart bekannt geben, hier entscheidet wer am meisten Geld für das Cockpit hinblättert. DTM-Champion Pascal Wehrlein wird auch als möglicher Kandidat bei Manor-Marussia gehandelt.

Termine

Für die neuen Autos stehen (Stand 12.01.16) noch keine Präsentationstermine fest, doch das wird sich bald ändern. Üblicherweise finden die Präsentationen Ende Januar, spätestens jedoch bei den Testfahrten im Februar statt.

Die Testfahrten starten am 22. Februar 2016 in Barcelona, Spanien in zwei Blöcken mit je vier Testtagen: der erste Viertagesblock ist vom 22. bis zum 25. Februar, der zweite Viertages-Block für 1. bis 4. März angesetzt.

Der erste Grand Prix der Saison 2016 wird am Sonntag, den 20. März in Melbourne/ Australien um 6 Uhr MEZ gestartet.

 

Quelle: Toro Rosso, Auto-Motor-und Sport, Motorsport-Total

Fotocredit: Speedsport-Magazine.com

 

 

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