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#Brexit und die Folgen – Was der Austritt Großbritanniens aus der EU für die Formel 1 bedeuten könnte.

 

Vergangene Woche, am 23. Juni 2016 haben die Bürger von Großbritannien über Verbleib in der EU per Referendum gewählt. Und dabei mit knapper Mehrheit für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gestimmt. Motorsport ist ein nicht unerheblicher Wirtschaftszweig in Großbritannien. Im Großraum London sind viele Formel 1 Teams beheimatet. Nicht umsonst wird diese Gegend als „das Silicon Valley des Motorsports“ bezeichnet. Die Mehrheit der in Großbritannien ansässigen Automobilkonzerne sagte vor dem Referendum, dass Sie einen Verbleib in der EU bevorzugen würden. Wie könnte sich der #Brexit also im „Home of Motorsport“ auswirken?

 

Unmittelbar: steigende Kosten für Reisen, Verpflegung, Transport etc.

 

Der unmittelbare Effekt des Brexit lässt sich im Wert des britischen Pfundes bemessen. Es erreichte seinen Höchststand 2016 vergangene Woche, als noch jeder davon ausging, dass die Mehrheit der Briten für einen Verbleib in der EU stimmen würden. Nachdem das Ergebnis des Referendums fest stand – Großbritannien geht raus aus der EU – fiel der Wert des Britischen Pfunds auf ein dreißigjähriges Rekordtief.

Wenn sich der Grand Prix Zirkus dann diese Woche auf zum nächsten Stopp in Österreich macht, wird der erstmalige Brexit-Effekt spürbar sein: Hotels, Verpflegung, Einkäufe vor Ort, es wird alles ein wenig mehr kosten als es ursprünglich in der Budgetierung der Teams einkalkuliert war. Und das betrifft nicht nur die Formel 1 Teams selbst, sondern auch Medienvertreter und andere Angestellte die zum der Formel 1 Tross gehören.

 

Langfristig: zusätzlicher Verwaltungsaufwand für Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis

 

Langfristig gesehen – da der Brexit nicht über Nacht passieren wird – muss man abwarten, welche individuellen Vereinbarungen Großbritannien und die EU über den Personen- und Warenverkehr treffen werden. Sicherlich wird es Abkommen über Freihandel und Freizügigkeit geben, um Visa-freies Reisen über einen bestimmten Zeitraum (etwa 3-6 Monate) zu ermöglichen. Die Rekrutierung von ausländischen Fachkräfte, wie solche die im F1 Paddock beschäftigt sind, wird aber trotzdem einen nicht unerheblichen, zusätzlichen Teil an Papierkram verursachen. Die Bedeutung solch eines zusätzlichen administrativen Verwaltungsaufwands sollte man nicht unterschätzen, denn zusätzlicher Aufwand erfordert mehr Zeit und Zeit ist ja bekanntlich Geld..

 

Arbeitsplätze und Bewerberauswahl

 

Zusätzlichen Kosten werden sich so oder auch auf Teamebene spürbar machen, dazu kommt dass manche Teams bereits schon rote Zahlen schreiben oder kurz davor sind. Ebenso wird der steigende Verwaltungsaufwand auch Auswirkungen auf die einzelnen Angestellten haben, oder auf die solche die sich Hoffnung machen in diesem Sport Arbeit zu finden.

Briten die sich für einen Arbeitsplatz, z.B. bei Ferrari, Sauber oder Toro Rosso bewerben, könnten im Vergleich zu einem EU-Pass-Besitzer durch die Notwendigkeit von einem Visum bzw. einer Arbeitserlaubnis weniger attraktiv werden.

 

Noch mehr Formalitäten für Logistik und Transport

 

In ähnlicher Weise könnte zusätzlicher Papierkram rund um den Transport, Fracht und die Logistik anfallen. Zwar sind die Teams in dieser Hinsicht alle bereits erfahren und endloses Ausfüllen von Zollformalitäten gewohnt, nicht zuletzt aufgrund der Überseerennen. Trotzdem bedeutet der Brexit, dass zukünftig noch mehr Formulare und Unterlagen ausgefüllt werden müssen, denn es findet immer noch fast die Hälfte der Rennen im Herzen Europas statt.

 

Standortverlagerungen der Teamzentralen

 

Wirtschaftlich sind ein drohender finanzieller Kollaps des Britischen Pfunds und im Umkehrschluss ein Kollaps von ganz Großbritannien ein Szenario, welches von großen Teilen der Geschäftswelt prophezeit wird. Sollte Großbritannien also im Zuge des Brexit finanziell und wirtschaftlich leiden müssen, könnte es so manchem Team in den Sinn kommen, über eine Standortverlagerung in Europa und die Schaffung einer neuen Motorsport-Zentrale nachzudenken. Auch die oben genannte Logistik und Transport-Problematik könnte hier eine Rolle spielen.

Mercedes AMG Petronas ist Deutsch-Englisch und könnte z.B. die beiden Werke in Brackley (Teamzentrale) und Brixworth (Motorenwerk) nach Stuttgart verlagern. Renault, momentan in Enstone könnte nach Viry-Chatillon in Frankreich umziehen und Red Bull (Milton Keynes) nach Österreich oder zu Toro Rosso nach Faenza in Italien gehen.

 

Auswirkungen auf andere Industriezweige

 

Motorsport steht für Big Business in Großbritannien. Der Industriezweig beschäftigt mehr als 40.000 Leute und bringt geschätzt ca. 9 Milliarden Pfund in die Wirtschaft. Auch ist die Formel 1 Teil einer breiteren Industrie, die Fachwissen und Technologie mit anderen Wirtschaftszweigen teilt, wie etwa Luft & Raumfahrt, natürlich die Automobilindustrie bis hin zur Rüstungsindustrie und Maschinenbau.

Entstehen die durch den Brexit von vielen befürchteten finanziellen und wirtschaftlichen negativen Konsequenzen, wird sich das durch die ganze Wertschöpfungskette hindurch ziehen. Unternehmen könnten pleite gehen, Arbeitsplätze gehen verloren.

 

#Brexit – Be careful what you wish for..

 

Quellen: ESPN.co.uk, joeblogsf1

Fotocredit: britishgrandprixlive.blogspot.com

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